Unser nächstes Ziel nach den Philippinen war Thailand. Wir flogen abends von Manila nach Bangkok, wo wir eine Zwischenübernachtung hatten, bevor es am folgenden Tag weiter nach Chiang Mai ging.
Chiang Mai
Als wir in Chiang Mai ankamen, waren wir von der großen Zahl westlicher Touristen überrascht. Auf den Philippinen waren wir noch Exoten, hier waren die Menschen den Anblick weißer Touristen gewöhnt. Unser Vorteil: Wir wurden nicht andauernd angestarrt, fotografiert oder betätschelt.
Wir hatten ein recht gutes Hotel mit Pool in der Nähe des Zentrums und ließen es uns in den 14 Tagen gut gehen. Wir besichtigten die Stadt, Tempel und Nachtmärkte und probierten uns durch diverse lokale Speisen. Das uns zuvor als sehr scharf beschriebene Essen kam uns jedoch nicht so extrem vor (vielleicht sind wir daran gewöhnt, weil wir zu Hause auch gerne scharf essen?!). An einige Snacks trauten wir uns nicht heran, da sie uns nicht sehr appetitlich erschienen. Kurzum: Wir ließen es uns wie gewöhnliche Touristen gut gehen!
Am vierten Tag unseres Aufenthaltes lernten wir endlich die Missionarsfamilie Steinbach kennen, welche wir zuvor von den Philippinen zwecks Besuch angeschrieben hatten. Die Steinbachs (Marina, Alex und 3 Kinder im Alter von 5 bis 12) arbeiten für die Missionsgesellschaft „to all nations“ und koordinieren in Thailand, insebsondere im Raum Chiang Mai und in den Grenzgebieten zu Myanmar, die Einsätze (z.B. FsJ, Voluntäre etc.) und betreuen die dort arbeitenden Missionare. Gemeinsam besichtigten wir die christliche deutsche Schule in Chiang Mai, welche mir von Alex direkt als zukünftiger Arbeitsplatz wärmstens empfohlen wurde. Die Arbeitsbedingungen sind durchaus verlockend: Höheres Gehalt, Privatschule mit maximal 20 Kindern pro Klasse (manchmal aber auch nur 3!), klimatisiert, sehr gut ausgestattet und viel mehr Ferien (um die Smogzeit zu überbrücken)!
Mit der Familie Steinbach haben wir uns direkt prima verstanden, die Kinder spielten gerne zusammen. Wir gingen gemeinsam in guten Restaurants essen, besuchten den Zoo und feierten mit der christlichen Schule zusammen St. Martin. Bei Kaffee und Kuchen, zu dem wir zweimal eingeladen wurden, hatten wir viel Gelegenheit uns zu unterhalten. Endlich wieder Kuchen: Marina kann ausgesprochen gut backen!
Bangkok
Bevor unsere Reise nach Indien weiterging, besuchten wir für 3 Tage die Hauptstadt Thailands. Die Stadt war im Vergleich zu Chinag Mai laut und dreckig, jedoch fanden wir uns gut zurrecht. Überall fanden sich Märkte, die neben Streetfood auch Kleidung verkauften. Wir nutzten die Zeit erneut für Sightseeing, was uns aufgrund der großen Auswahl an Sehenswürdigkeiten nicht wirklich schwer viel. Neben diversen Tempeln sahen wir uns den Königspalast an und befuhren einige der vielen Wasserstrassen der Stadt. Die dort fahrenden Wasserbusse (ca. 30 m lange, schmale Boote) bewegten sich mit erstaunlich hoher Geschwindigkeit und Präzision durch das Wirrwarr der vielen Wasserfahrzeuge. Die Boote hielten jeweils nur für einige Sekunden an den jeweiligen Haltestellen. Wer zu- oder absteigen wollte, musste sich beeilen!
Den Tag der Abreise verbrachten wir im MBK, einer riesigen Mall im Zentrum. Hier gab es an die 2000 kleine Läden, welche Unmengen an (gefälschter) Markenkleidung, Elektronik, Kosmetik etc. verkauften. Wir vertrödelten die Zeit und fuhren gegen Abend mit dem Taxi zum Flughafen.
Armut und Flucht
Was man nicht verschweigen sollte: In Thailand gibt es reichlich Armut. Wir sahen Familien mit Kindern, die sich abends am Strassenrand ein Schlaflager einrichteten (Chiang Mai). In Bangkok sahen wir viele, teils an Slums erinnernde Behausungen. Und trotz ihrer schlimmen Lage haben die Menschen stets ein Lächeln übrig, sind freundlich und zuvorkommend.
Die Menschen, die es sich leisten können, versuchen ihren Kindern eine bessere Zukunft zu ermöglichen: Die deutsche Schule in Chiang Mai hat derzeit sehr viele Anmeldungen von Thais. Neben dem hohen Schulgeld, dass die Eltern zahlen, müssen die Kinder fließend Deutsch sprechen lernen, da der gesamte Unterricht in Deutsch und einzelne Fächer wie z.B. Physik später auch in Englisch ist.
Alex berichtete uns von den Zuständen in den Grenzgebieten zu Myanmar, wo sich aktuell tausende Geflüchtete aus dem Nachbarland unter einfachsten Bedingungen aufhalten. Diese flohen zum Einen um der bitteren Armut zu entkommen und zum anderen um ihre Kinder davor zu bewahren, als Kindersoldaten eingesetzt zu werden. Da sie illegal in Thailand sind, können diese Kinder keine öffentliche Schule besuchen. Im kommenden Jahr soll hier eine Schule für Geflüchtete von „to all nations“ gegründet werden.
In Myanmar selbst sei die Lage dramatisch: Hier betreibt „to all nations“ seit kurzem ein Kinderheim. Viele Familien dort können ihren Kindern keine Schulbildung ermöglichen, da das Geld fehlt. Als bekannt wurde, dass Kinder aus dem Heim eine Schule besuchen können, schickten viele Eltern ohne Rücksprache ihren Nachwuchs dorthin (oft über einen stundenlangen Fußmarsch).














































