Ich weiß gar nicht, wie ich anfangen soll, denn dieses Land hat uns alle fast sofort in seinen Bann gezogen. Es sind nicht nur die freundlichen und hilfsbereiten Menschen, sondern auch die atembraubende Natur (guck mal, da ist Urwald!), die entspannten und modernen Städte und natürlich die allgegenwärtigen Nachtmärkte. Aber der Reihe nach…
Taipei
Die Hauptstadt Taiwans. Hier war unsere erste und letzte Station. Unsere 2 kurzen Aufenthalte (3 und 2 Nächte) verbrachten wir direkt an der Taipei Station, mitten im Zentrum der Stadt. In Reiseführern als nicht sonderlich schön beschrieben, waren unsere Erwartungen nicht allzu hoch, jedoch wurden wir positiv überrascht. Allein die Gegend um den Hauptbahnhof pulsiert von Leben, laut und bunt aber auch sehr entspannt. Die von den Kindern immer als erstes gestellte Frage nach Essen konnten wir gar nicht so einfach beantworten: Die Auswahl an Streetfood, kleinen Lokalen, Restaurants oder auch Fastfood-Ketten ist gewaltig. Am zweiten Abend kam dann noch der Raohe-Nachtmarkt dazu und toppte das Ganze. Auf einer Länge von 1 km finden sich unzählige Stände mit den unterschiedlichsten Speisen und Getränken. Die verschiedenen und für uns neuartigen Gerüche mussten wir erstmal auf uns wirken lassen (oder aus dem Weg gehen: es dauerte eine Weile, bis wir den „Kanalisationsgeruch“ mit Stinky-Tofu in Verbindung bringen konnten).

Halle der Taipei Station 
Blick von der Chiang-Kai-shek Gedächtnishalle 
Blick auf die Chiang-Kai-shek Gedächtnishalle 
Leckereien 
Stinky Tofu 
Eier mit Spekulatiusgeruch?! 
Taiwans vielfältiges Obst 
zubereitete Oktopusse 
gebackenes Brot 
Raohe Nachtmarkt
Zwischen den Mahlzeiten besuchten wir das nationale Taiwan Museum, den Mount Elephant (bietet eine super Aussicht über Teile der Stadt) und das kleine aber sehr interessante Miniaturmuseum, in welchem wir einige Zeit verbrachten. Hier gab es detailverliebte Nachbauten im Kleinformat von Gebäuden inklusive Innenansichten aus vielen Teilen der Welt zu bestaunen. Aber auch Märchen und Fantasiewelten wurden kunstvoll dargestellt. Insbesondere Timo hatte seinen Spaß.
Unser zweiter Aufenthalt stand mehr im Zeichen der Entspannung, hatten wir doch auf unserer Rundreise viel gesehen und erlebt. Wir schlenderten durch Parks und Malls, genossen aber auch die Terrasse unseres wirklich erstklassigen Hotels. Und bewunderten noch einmal die unglaublichen Massen der Roller, welche sich teils halsbrecherisch durch den Autoverkehr schieben.

Simon pumpt kräftig Wasser 
Regenvorhang am Park 
Buddhistischer Schrein 
Buddhistischer Tempel 
Puppenspiel an einem der unzähligen Schreine 
Nicht als Roller
Hualien und die Taroko-Schlucht
Am vierten Tag ging es mit dem Zug entlang der Ostküste nach Hualien. Hier hatten wir erstmals in Taiwan Kontakt zum Meer, Jona und Timo genossen die Zeit am Strand in der doch recht starken Brandung. Hellen Sand sollte man hier keinen erwarten, die Strände des Ostens sind hauptsächlich grau und mit Kies bedeckt. Auch hier zeigte sich wie bereits in Südkorea, dass die dort lebenden Menschen das Meer nicht als Badeort sehen bzw. nutzen. Der Strand wird zum Flanieren oder Fotografieren besucht, gebadet wird, wenn überhaupt, fast komplett angezogen (man möchte nicht braun werden, helle Haut gilt als Schönheitsideal). Die wenigen Europäer, Amerikaner oder Australier, welche nur in bei uns üblicher Badekleidung ins Meer gingen, waren die absolute Ausnahme. Abends besuchten wir den örtlichen Nachtmarkt, aßen und entspannten uns auf den mit bunten Lichtern geschmückten Wiesen rund um den Platz. Dazu spielte eine kleine Gruppe Gitarrenmusik.

Am Strand 
Wir haben Spaß im Wasser! 
Sport 
Orchideen im Baum 
Überall Kokosnüsse 
Am Rande des Nachtmarktes 
Lena am Märtyrerschrein 
Am zweiten Tag besuchten wir die Taroko-Schlucht. Dieses Flusstal, von Bächen und Flüssen in den Fels gegraben, ist ein über die Grenzen des Landes hinaus bekanntes Ausflugsziel, das wir unbedingt besuchen wollten. Wir nutzten die sehr guten Busverbindungen, um die einzelen kurzen Trails zu erkunden. Zwar waren einige Wege gesperrt, jedoch boten sich uns viele atemberaubene Aussichten. Besonders toll war ein Tunnel, in welchen durch eine fehlgeschlagene Sprengung stetig Wasser eindringt und so einen großen Wasservorhang bildet.
Taitung
Hier verbrachten wir 2 Nächte und sahen uns insbesondere das ehemalige Bahnhofsgelände an, welches heute als Künstlerviertel bekannt ist. Neben einem Bau aus Überseecontainern finden sich hier lange Girlanden aus von Kindern selbstgebastelten Laternen, welche besonders im Dunkeln toll anzusehen sind. Für Jona und Timo war eine stillgelegte drehbare Gleisanlage besonders interessant, die sich mit vereinten Kräften drehen ließ.

Bauwerk aus Überseecontainern 

Spaß an den Gleisen 
nicht ganz so schöner Strand 
Lecker Kokosnuss 
Aussichtspunkt am Strand 
Laternen 
Steinmännchen am Meer
Kaohsiung
Unser urpsünglichen Plan, nach Taitung den Kenting Nationalpark an der Südspitze der Insel zu besuchen, mussten wir leider fallenlassen, da aufgrund des Nationalfeiertages sämtliche Unterkünfte ausgebucht waren. Unser nächstes Ziel hieß daher Kaohsiung. Hier verbrachten wir 3 Nächte in einem „Nichtraucher“-Hotel, welches gut und gerne den Namen „smokers paradise“ verdient hätte, derart abartig rochen die Zimmer nach kaltem Zigarettenrauch. Auf unsere Beschwerde hin teilte man uns mit, wir würden wahrscheinlich das Reinigungsmittel riechen. Klar. Für uns aber keine große Sache, da wir uns ohnehin meist draussen aufhalten. So auch am ersten Abend am Lotus Pond, der sich als Glücksgriff entpuppte, da dort neben dem Nachtmarkt auch einige Tempelanlagen zu sehen waren.
Am nächsten Tag fuhren wir per Schnellboot (fahren geschätzt im 10 Minuten Takt und transportieren unzählige Menschen) auf die Insel Liuqui. Hier gab es neben schönen Stränden insbesondere sehr große Meeresschildkröten zu sehen. Wir hatten Glück und sahen einige Exemplare, leider hatten wir keine Schnorchelausrüstung dabei und konnten die Tiere nicht unter Wasser bewundern. Trotzdem war es ein toller Anblick die Tiere zu sehen, wenn sie zum Luftholen an die Wasseroberfläche kamen. Scheinbar ließen sich die Tiere auch von den großen Besuchermassen nicht aus der Ruhe bringen. Was uns aber nicht gefallen hat, ist die wahnsinnige Menge an Rollern (fast alle mieten sich am Hafen ein solches Gefährt um die kleine Insel bequem erkunden zu können). Teilweise ist es kaum möglich an der Strasse entlang zu gehen, da die Zweiräder alles verstopfen.
Zurück in der Stadt erkundeten wir auch hier das alte Bahnhofsgelände. Wir besuchten das Eisenbahnmuseum und bestaunten die große Modellbahnanalge. Als Krönung gab es eine Rundfahrt auf einer etwas größeren Modellbahn durch den Park. In der Nähe fanden wir ganz unerwartet eine Art Sommerrodelbahnbahn, welche die Kinder einmal fahren durften (mehr war auch nicht nötig, die Bahn war sehr langsam).
Nach 3 Nächten ging es dann mit dem Hochgeschwindigkeitszug zurück nach Taipei, wo wir dann nach einem 2-tägigen Aufenthalt unseren Flug nach Manila antraten. Taiwan hat uns wirklich sehr gut gefallen!
























Wunderbarer Bericht und sehr gute Fotos.
Wünsche weiterhin eine tolle Reise!
Danke für`s „Dabeisein -dürfen!“
Liebe Grüße an alle!