Jeju

Auf der Insel Jeju blieben wir zwei Wochen, um zu entspannen. Letztendlich haben wir das auch sehr viel, waren aber auch viel unterwegs.

Die Ankunft verlief relativ reibungslos. Wir kamen abends am Flughafen an, fuhren mit dem Shuttlebus zur Autovermietung und holten unser Auto ab (endlich mal wieder ein Auto!). Daraufhin fuhren wir direkt zu unserem Häuschen (welches nicht gerade sauber war) und kochten unser Essen etwa um 8 Uhr.

Koreanische Spezialität, welche wir von den Nachbarn bekamen, größtenteils aus Algen

In den nächsten Tagen hatten wir viele Gelegenheiten dazu, die Insel und unsere Umgebung zu erkunden. Wir liefen etwa 2 km zu unserem Strand, wo wir an einer Menge „gut“ riechender Fischfarmen vorbei kamen (das ist der Grund, warum keiner von uns mehr Fisch essen möchte). Endlich am Strand angekommen, machte sich die Ebbe durch eine Menge Müll und einen fast 1 km breiten Strand bemerkbar, welcher bei Flut scheinbar überschwemmt war.

Ein weiteres Mal bestiegen Jona, Timo und Papa einen kleineren Vulkan an der Küste, während meine Mutter und ich uns ausruhten und ein bisschen einkauften. An einem anderen Tag waren wir sogar in einem Lavatunnel, wo wir einige Formen von versteinerter Lava sahen und aufgrund von tropfenden Wasser ziemlich nass wurden..

Ein andermal fuhren wir zum größten Vulkan Südkoreas, wo wir einige Stunden damit verwendeten, 1300 m auf 9 km hoch zu laufen. Für die fantastische Aussicht von da oben lohnte es sich aber. Was vor allem auffiel, war, dass da oben viele Raben ihr Revier bezogen.

Weiterhin versuchten wir, in ein historisches Dorf zu gelangen. Aufgrund von Regen misslang das aber beim ersten Mal. Beim zweiten Mal waren wir erfolgreich, und so sahen wir viele alte, strohbedeckte Lavastein-Lehm-Häuser und -Höfe aus dem späten 18. Jahrhundert.

Das Wetter

Das Wetter auf Jeju war relativ abwechslungsreich. Anfangs war es relativ sonnig, sodass wir ein paar Mal zum Strand gehen konnten. Dann kam der erste Taifun (Pazifik: Taifun; Atlantik: Hurrikan). Etwa zwei Tage, bevor er richtig bemerkbar wurde, setzte ein allmählich stärker werdender Regen ein. Obwohl der Taifun letztendlich etwa 50 Kilometer südlich an der Insel vorbeizog, schien (laut Bericht meiner Eltern) das ganze Haus zu rütteln.

Der erste Taifun (YouTube)

Daraufhin gab es wieder eine einwöchige Pause, welche von kleineren Schauern durchzogen war. Trotzdem hatten wir hier die Gelegenheit, einige Ausflüge zu unternehmen, u.a. den Berg zu besteigen. Zwischendurch erhielten wir einige von penetrant klingenden Tönen begleitete Warnmeldungen über Überschwemmungen und Starkregen (selbstverständlich auf Koreanisch).

Handy-Notfallbenachrichtigung wegen Starkregen

Dann, zu guter Letzt, kam der zweite Taifun zur Ende unseres Aufenthalts auf Jeju und drohte, unseren Flug abzubrechen. Glücklicherweise konnten wir dann doch fliegen, weil dieser Taifun etwa 50 km nördlich an der Insel vorbeizog.

Letzter Tag

Nun, wir standen an diesem Tag um etwa 6 Uhr auf, frühstückten und fuhren sofort los. Zwischendurch tankten wir einmal und kamen dann bei der Autovermietung an, wo wir schnell und problemlos unser Auto abgaben. Der Bus brachte uns dann zum Flughafen, wo wir nervös auf unseren verspäteten Flieger warteten (Grund: siehe oben). Nach dem Boarding um etwa halb eins starteten wir unseren von Turbulenzen begleiteten und zweieinhalbstündigen Flug und landeten letztendlich sicher in Taipei.

Foto vom Flug über den Pazifik nach Taiwan

3 Antworten auf „Jeju“

  1. Liebe Familie Mölders, lieber Simon!
    Eure Berichte sind einfach klasse! Man kann ein wenig miterleben und sieht anhand der Fotos und erlebt anhand der Texte ein wenig „Weltreise“ mit! Danke, dass Ihr uns dabei teilhaben lasst!
    Ich war mit allen meinen vier Geschwistern, mit zwei Schwägerinnen und einem Neffen eine Woche in Rom. Allein dies war schon ein Traum und sehr bewegend. Was mag in Euren Träumen Euch begleiten? Was mag Euch bewegen? Jetzt sind bei uns Herbstferien, die Tage sind merkloich kürzer geworden, es regnet viel und es wird auch kühler- auch etwas kuschliger zu Hause- ja selbst im Kloster. Simon, wir vermissen Dich sehr- fehlst halt als begabter Puppenspieler- wir freuen uns aber mit Dir und werden Dich nach Deiner Rückkehr mit Fragen überschütten! Liebe Grüße an Sie/Euch alle
    Br. Wolfgang

    1. Lieber Bruder Wolfgang,
      Ich freue mich zu hören, dass euch die Reise nach Rom gefallen hat. Ich selbst muss sagen, dass ich (nicht nur aus Wettergründen) viel lieber wieder zuhause wäre. Es ist schon ziemlich ungewohnt, ein ganzes Jahr lang nur heißen Sommer zu haben. Irgendwann vermisst man dann auch die kalten Herbsttemperaturen bei euch. Außerdem haben wir alle schreckliches Heimweh und ich muss sagen, gerade euch Puppenspieler vermisse ich am meisten. Daher freue ich mich schon, euch wiederzusehen und das Gefühl kennenzulernen, von Fragen durchlöchert zu werden. Viel Spaß noch dir und deiner Familie und vor allem viel Erfolg bei euren Aufführungen!

      PS: Genießt das Wetter 😉

  2. Lieber Simon,

    ein klein wenig Heimweh ist wohl normal. Aber genieße die fremde, neue Welt! Solche Erlebnisse werden Dein Leben lang Dich und Deine Familie begleiten- Du wirst in späteren Jahren immer wieder davon erzählen können und Dich vor allem an die tollen Erlebnisse zurück erinnern. Na klar, fehlst Du uns, aber wir sind auch ein klein wenig stolz, dass einer von unserem Ensemble in der Weltgeschichte unterwegs ist. Du bist so etwas wie ein guter Kundschafter und durch Deine/Eure Berichte bekommen wir einen wunderbaren Einblick in die Vielfältigkeit dieser, unserer Erde. Also Großer; tapfer bleiben und einfach genießen- und wir sehen uns ja schließlich auch wieder und fragen Dich dann Löcher in den Bauch! Liebe Grüße an Deine Eltern und Deine Brüder
    Dein Wusel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert