Goa

Nach einem kurzweiligen Flug landeten wir schließlich spätabends im indischen Bundesstaat Goa. Anders als wir es gewohnt waren, konnten wir für die Fahrt zum Hotel nicht auf Uber zurückgreifen. Die Taxifahrer haben sich hier anders organisiert: Am Flughafen warten Scharen von Männern, die sich gegenseitig darin über- bzw. unterbieten, uns die beste Fahrt zu verkaufen (vermutlich gehören die zu ein und derselben „Mafia“). Als wir uns einig geworden waren (für indische Verhältnisse eigentlich zu teuer), ging alles ganz schnell: Taxi rangerufen, Koffer rein, los ging die Fahrt. Und so verwunderte es uns nicht, dass der Fahrer ebenfalls ein rasantes Tempo fuhr…

Im Hotel angekommen, waren wir positiv überrascht: Es war sehr sauber, die Zimmer geräumig und die Mitarbeiter waren überaus freundlich. Toll, sowas hatten wir gesucht.

Am nächsten Morgen genossen wir ein erstklassiges Frühstück, insbesondere das Käseomelette war fantastisch (eigentlich DER Grund, warum es bei uns seitdem regelmäßg Omelette zum Frühstück gibt). Wir hatten nun Zeit, uns nach den Strapazen der letzten Wochen etwas zu erholen. Wir konnten viel lesen, im Pool baden und an den Strand gehen. Eigentlich wie Urlaub, wenn wir nicht alle so großes Heimweh gehabt hätten. Wir wollten nach Hause, insbesondere Lena verkroch sich hinter ihre Bücher und zählte die Tage, bis es endlich zurück in die Heimat ging.

Erholung war es für uns trotzdem. Das lag nicht nur an den freundlichen und wenig aufdringlichen Menschen. Insbesondere die Landschaft, die Ruhe und vor allem der tolle Strand mit seinen atemberaubenden Sonnenuntergängen faszinierte uns.

Atemberaubender Sonnenuntergang

Strandkultur und Drumherum

Als wir das erste Mal den Strand besuchten, hatten wir uns natürlich mit allem eingedeckt, was man in Europa für einen Strandbesuch braucht: Handtücher, Getränke und Knabbereien. Dumm nur, dass wir das alles im Hotel hätten lassen können. Am Strand gab es eine (für uns) sehr eigentümliche Art der Gastronomie, man konnte sich eigentlich gar nicht nur in den Sand legen. „Schleuser“ lotsten uns zu Liegen, welche zu den Bars bzw. Restaurants gehörten. Wir bekamen einigermaßen frische Handtücher untergelegt, Stühle für die Kinder und ein großes Sonnendach. Regelmäßig bestellten wir kalte Getränke (natürlich auch indisches Bier, „Kingfisher“), die Kinder bekamen Eis oder Obstshakes und spielten im Sand und im Wasser. Abends gab es typisch indisches Essen (alles für unsere Verhältnisse äußerst günstig). Der Komfort war unglaublich. Wir blieben jeden Tag von Mittags bis Sonnenuntergang (vormittags erledigten die Kinder ihre Schulaufgaben im Hotel) und hatten eine tolle Zeit.

Zu den täglichen Ritualen am Strand gehörte auch der Smalltalk und das Verhandeln mit den fliegenden Händlern. Man wollte uns Steine, Schmuck und vor allem Kleidung verkaufen. Irgendwann kannten wir alle HändlerInnen beim Namen und hatten unser ohnehin schon pralles Handgepäck noch etwas schwerer.

Auch in Goa gibt es natürlich Armut. Jedoch scheint es den Menschen hier tendenziell besser zu gehen. Viele arbeiten in der Gastronomie bzw. haben im Tourismus ihr Auskommen. Teilweise kamen die Meschen auch aus anderen Landesteilen, um hier ihr Geld zu verdienen.

Auf den Straßen sahen wir regelmäßig Geschäfte mit Werbetafeln auf Deutsch und Russisch. Tatsächlich, so erzählte man uns, kamen früher viele Deutsche in diesen Landstrich, diese seien aber irgendwann weggeblieben. In die Lücke hätten dann die Russen gefüllt (die Touristen, die wir sahen, waren fast ausschließlich aus Russland). Und in der Tat: Nicht nur das viele Mitarbeiter in den Restaurants fließend russisch sprachen (Lenas Vorteil), auch die Speisekarten waren in kyrillischer Schrift zu haben. Teils trugen die Bars auch russiche Namen. Wir fanden das irgendwie witzig, hatten wir doch wenige Monate zuvor unsere Reise in Russland begonnen.

Weiterflug nach Delhi

Viel mehr gibt es nicht zu berichten. Wir hatten erholsame Tage und freuten uns auf die Heimat. Zuvor führte uns der Weg am 11.12.19 noch zu unserer letzten Etappe nach Delhi.

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