Wanderung im Kaukasus

Tag 1

Der Starttag der Wanderung verlief für mich in etwa so: morgens früh um 7 Uhr aufstehen, danach schnell frühstücken, Sachen packen, Toilette aufsuchen und letztendlich um 8:30 Uhr das Gepäck ins Auto packen. Als wir dann einsteigen wollten, merkten wir sehr schnell , das das Auto (ein Jeep, Fünfsitzer) zu klein für uns war, da wir (Bergführer und Fahrer mit eingerechnet) zehn Personen waren. Also setzte ich mich mit meinen beiden kleinen Brüdern Jona und Timo und dem Bergführer in den schon fast vollen Kofferraum , während sich mein großer Bruder Niko, meine Eltern und meine Großmutter auf den Rücksitz quetschten. Eingeengt fuhren wir endlich los zum Startpunkt. Dort angekommen, setzten wir direkt unser Gepäck auf und marschieren los.

Das erste Tal nach einem kurzen Abstieg im Nadelwald dahinter

Anfangs ging es in einem kleinen Nadelwald bergab, bis wir in ein kleines Tal kamen. Dort ging es erstmal durch einen Dschungel aus meterhohem Gestrüpp, welches sich bis zum nächsten Bergpass hochzog. Auch gab es dort zahlreiche Bäche, welche von Gletschern an den Bergen entstammten. Einer dieser Gletscher war so nah am Weg, das wir eine Pause einlegen, um diesen zu besteigen und uns abzukühlen. Während der Wanderung legten wir ab und zu mal Pausen ein, um unsere Flaschen am den Bächen aufzufüllen oder einfach mal Luft zu holen. Bei der Ankunft auf dem Pass waren wir kurzzeitig erleichtert, bis unser Bergführer uns erklärte, dass wir an diesem Tag noch einen zweiten Pass überqueren mussten.

Als wir dann endlich nach 10 Kilometern um etwa 14:00 Uhr am ersten Zeltplatz ankamen, waren alle sichtlich erschöpft und froh darüber, endlich das Tagesziel geschafft zu haben.(Zu dieser Zeit hatten wir bereits ein kaputtes Paar Schuhe als Wanderungsopfer, welche aber glücklicherweise schnell gewechselt werden konnten.) Wir machten ein Lagerfeuer und kochten Tee und Suppe und legten uns letztendlich zum Schlafen in unser selbstgebasteltes Biwak.

Tag 2

Nach einer schlaflosen Nacht und einem kurzen Frühstück ging es dann weiter: Wir kletterten erstmal einen halben Berg hoch, um ihn dann größtenteils wieder herunterzulaufen. Unten entdeckten wir eine Menge Wildpferde und -Kühe, welche es sich an einem kleinen See gemütlich machten. Eine Kuh lief sogar über den etwas höher gelegenen Wanderweg.

Wir überquerten noch einen weiteren Pass und liefen (oder eher stolperten) dann die nächsten zehn bis zwölf Kilometer bergab. Zwischendurch gab es Gefälle, bei denen ich Angst hatte, nicht mit heilen Knochen unten anzukommen (bis zu 35% Gefälle). Glücklicherweise schafften wir es doch mehr oder weniger, gesund am Zeltplatz anzukommen, wo wir dann erstmal alle eine heiße Dusche nahmen. Der restliche Abend verlief wie beim ersten Zeltplatz, nur dass wir in gebuchten Zelten schliefen.

In der Gegend des Zeltplatzes gab es vor allem viele moosbewachsene Bäume

Tag 3

Der letzte Tag verlief relativ eintönig. Wir waren ausnahmsweise alle ausgeschlagen und nach einem kleinen Frühstück machten wir uns auf den Endspurt.
Der Wanderweg war nun eine Schotterstraße und sehr flach, weshalb wir die letzten siebzehn Kilometer zur Bushaltestelle (unserem Endpunkt der Wanderung, da wir die dreißig Kilometer zum schwarzen Meer nicht laufen wollten) relativ schnell überwanden. Ab und zu mal kamen wir an kleinen Bächen vorbei, einmal begegneten wir sogar einem Wasserfall, welcher sich einfach über die Straße ergoss.

Der Bus kam nicht lange nach unserer Ankunft und zwei Stunden und einen Geldautomaten später standen wir am Bahnhof am schwarzen Meer (Hier verließ uns unser Bergführer), von wo wir in die Stadt Soloniki fuhren, um in unserem Hotel einzuchecken. Am Abend bekamen wir dort ein reichhaltiges Essen (unter anderem Nudeln mit Hähnchenkeule) aufgetischt. Zuletzt nahm ich noch eine Dusche in meinem Zimmer und dann freute ich mich schon auf meine erste Nacht am Schwarzen Meer.

8 Antworten auf „Wanderung im Kaukasus“

  1. Danke, dass ihr uns immer auf dem neuesten Stand haltet und uns die Möglichkeit gebt, eure Reise mitzuverfolgen. Die Bilder sind auch wirklich super! Ich hoffe auf die nächsten Einträge und wünsche euch viel Spaß und Freude, aber vor allen Dingen gutes Schuhwerk ?
    LG Lena und Familie

  2. Großartig!
    Es macht Spass eure Berichte zu lesen!
    Ich bin gespannt wie es weitergeht!

    Ich wünsche euch Gottes Segen und Bewahrung auf „Allen“! Wegen!??
    Viele Grüsse Friedemann

  3. Danke für das fleißige Berichten. Ich bin beeindruckt, was ihr schon alles erlebt habt und wünsche euch weiterhin echte Abenteuer und schöne Erlebnisse.

  4. Hallo Frau Mölders und Familie, ich wünsche allen weiterhin viel Spass bei der Reise. Ich lese gerne die Berichte und bin auf weitere spannende Erlebnisse gespannt. Viele Grüße aus Vossenack, Henrik Lehmann

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